Bei Miosga: Genosse Klingbeil zeigt, dass er ein freundlicher Killer ist
- Im Video: Als Miosga wegen Esken bei SPD-Chef Klingbeil nachbohrt, gerät er ins Stocken
Ist Ihnen aufgefallen, wie sich SPD-Politiker Lars Klingbeil beim ARD-Talk „Caren Miosga“ präsentierte? Er sitzt über weite Strecken beinahe knieend vor Moderatorin Miosga. Ein merkwürdiges Bild. Ist die Szene vielleicht schon wegweisend für die Zukunft? Klingbeil als Diener des Staates? Der Genosse wird schon als Finanzminister gehandelt, auch als Vizekanzler. Wir lernen: Seit wenigen Tagen sagt man Friedrich und Lars zueinander – also man duzt einander.
FC Bayern gegen Borussia Dortmund – Klingbeil ist weit vorne, Merz halt nicht
Wie ist das Verhältnis zu Friedrich Merz? Das will Moderatorin Miosga von Lars Klingbeil wissen. „Vor der Wahl haben wir uns nichts geschenkt“, gibt der zu. Inzwischen habe er, so Klingbeil, viel gelernt über Friedrich Merz.
„Aber wir wollen gar nicht beste Freunde werden.“ Das ist ja schon mal bewiesen beim Fußball, das ist klar. Klingbeil ist FC Bayern-Fan, Merz hängt den Dortmundern an. Platz 1 gegen Platz 10 – vielleicht das Signal, warum die SPD jetzt so sehr auf dicke Hose macht. Aber das „Du“, so erzählt der derzeit wichtigste Genosse im ARD-Talk am Sonntagabend, „das hab‘ ich gerne angenommen“.
Schmarotzer, Russland und Klingbeil
„Ist auf Trumps Amerika noch Verlass, Herr Klingbeil?“, so lautet das Meta-Thema im Ersten. Wie wird man künftig umgehen mit jenen, die einen gerade dreist als „Schmarotzer“ betiteln. Schmarotzer ist ein gemeiner Begriff.
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Im 15. Jahrhundert wurden Bettler „Smorotzer“ genannt, ein Jahrhundert später war der „Schmorotzer“ ein Begriff für einen Knauser. Die USA will Europa am Katzentisch sehen. Es scheint längst aufzugehen: die ungehobelten, breitbeinigen Amerikaner gegen die zaghaften Europäer. Neue Allianzen, eine künftige Annäherung an Putin? Lars Klingbeil ist da im Ersten sehr klar: „Mit Russland weitermachen – das sehe ich überhaupt nicht.“
Fair, unfair – Schutz bietet Lars Klingbeil nicht für Saskia Esken
Und wie mit Co-Chefin Saskia Esken weitermachen? Längst gibt es eine öffentliche Diskussion über die extrem unbeliebte Genossin. Mancher klebt Esken schon das „Pattex“-Attribut an. Heißt: Freiwillig lässt sie nicht los. Irgendein Amt will sie haben.
Und Klingbeil müht sich deswegen gegen die Kritik: „Das ist nicht fair, das ist unfair.“ Caren Miosga glaubt das nicht. „Sie nehmen sie ausreichend in Schutz?“, hakt sie nach. Viele Genossinnen und Genossen, so die Moderatorin, würden doch ihren Rücktritt fordern. Die ARD-Moderatorin erinnert Klingbeil daran, dass er auch Olaf Scholz nicht ausreichend geschützt habe. Und sie kritisiert: „Jetzt lassen Sie die Debatte wieder laufen!“
Klingbeil nutzt das Momentum – es ist sein Augenblick, seine Karriere
Klingbeil gilt als wichtigster SPD-Politiker derzeit. Neben ihm scheint auch der große Macher und überbeliebte Politiker Boris Pistorius gerade zu verblassen. Klingbeil nutzt das Momentum, also dieses Modewort für den geeigneten Augenblick.
Er verteidigt Saskia Esken vermeintlich. Klagt irgendwie, dass die Kollegin unfair behandelt werden würde. Aber das wirkt nicht glaubhaft. Der nette Klingbeil kann auch Hackebeil. Er ist ein freundlicher Killer. Und er ist pragmatisch. Denn Saskia Esken sollte keine Rolle mehr spielen im politischen Geschäft der Zukunft.