Handwerkschef warnt: Lohnzusatzkosten laufen aus dem Ruder
Nach einer Übersicht der Universität Duisburg-Essen steigen die Sozialversicherungsbeiträge im laufenden Jahr um einen Prozentpunkt auf 41,9 Prozent und damit auf Allzeithoch. Dabei galt in den vergangenen Jahren ein Wert von 40 Prozent als absolute Obergrenze. Doch 2023 wurde die Schallmauer gebrochen. Seither ging es weiter nach oben (Grafik).
Das Gros der Lohnzusatzkosten entfällt auf die Sozialversicherungsbeiträge zur Renten-, Kranken-, oder Arbeitslosenversicherung, die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Dazu kommen zusätzliche Abgaben wie Umlagen zur Unfallversicherung bzw. Berufsgenossenschaft oder zum Mutterschutz. Sie werden ausschließlich von den Arbeitgebern abgeführt.
Die steigenden Sozialversicherungsbeiträge verteuerten die Produkte und Dienstleistungen der Betriebe, so Dittrich. Gehe der Anstieg ungebremst weiter, drohten Handwerksleistungen „unbezahlbar zu werden“, warnte der ZDH-Präsident.
„Finanziellen Spielraum statt erdrückender Kosten“
Angesichts der Entwicklung forderte Dittrich die künftige Bundesregierung eindringlich zu Reformen auf. Die Betriebe bräuchten „finanziellen Spielraum statt erdrückender Kosten“ – und ein Belastungsmoratorium. Bei Sozialabgaben müsse dringend wieder ein Deckel von 40 Prozent gelten - ohne weitere Belastungen, so Dittrich.
Zudem forderte Dittrich die künftige Bundesregierung zu einem radikalen Abbau von lähmenden Dokumentations- und Nachweisauflagen auf. Der „Bürokratieschungel“ müsse „wesentlich ambitionierter gelichtet werden“ als bislang. Außerdem müsse die Energieversorgung für die Betriebe „verlässlich, bezahlbar und langfristig stabil sein“, sagte er.