Jeder Sparer sollte sich seines Deutschland-Risikos bewusst sein

Das Managen von Risiken ist ein entscheidender Erfolgsfaktor beim Aufbau von Vermögen. Hierzu gehört im ersten Schritt das Erkennen und im zweiten die richtige Schlussfolgerung. Das Feld der möglichen Risiken ist groß. In seinem Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ listet der Vermögensverwalter Gerd Kommer mögliche Gefahren auf, derer sich Investoren bewusst sein sollten. Dazu gehören zum Beispiel das Zinsänderungsrisiko, das Ausfallrisiko und das Volatilitätsrisiko.

Einem dieser Risiken möchte ich mich in diesem Text etwas ausführlicher widmen, nämlich dem Klumpenrisiko, auch Konzentrationsrisiko genannt. Hier geht das Risiko von dem Gewicht aus, das eine bestimmte Position in meinem Portfolio hat. Häufig wird darüber im Zusammenhang mit Aktien gesprochen. Wer zum Beispiel in seinem Depot viele Öl-Aktien hat, hat ein Klumpenrisiko. Das liegt daran, dass die Aktien von Unternehmen aus dieser Branche ähnlichen Regeln gehorchen. Fällt der Öl-Preis, trifft es jedes Unternehmen, egal, ob es Shell, BP oder Exxon heißt. Gleiches ließe sich für Tech-Aktien sagen oder für Bank-Aktien.

Clemens Schömann-Finck ist Finanz-Experte und steht hinter dem Youtube-Kanal "René will Rendite". In seiner Kolumne bei FOCUS online beleuchtet er aktuelle Themen rund um Börse und Geldanlage. Abonnieren Sie hier seinen Newsletter für mehr Finanz-Infos.

Hier hilft Diversifikation: Ich investiere nicht nur in ein Unternehmen, in eine Branche oder in ein Land, sondern weltweit. Sehr einfach ist das mit Welt-ETFs möglich.

Achtung vor dem Deutschland-Risiko

Aber auch außerhalb der Aktienwelt gibt es Klumpenrisiken. Ein ganz großes stellt praktisch für jeden von uns das Klumpenrisiko Deutschland da, warnt Kommer in einem Blog-Beitrag . Er spricht von einem „Deutschland-Exposure“. Er bezieht sich damit auf das politische Risiko, das für jedes Land besteht, also die Wahrscheinlichkeit von Verschlechterungen der politischen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen für das Wirtschaften der Bürger und Unternehmen im betreffenden Land.

Konkret übersetzt bedeutet das, dass ein Großteil unseres Vermögens von der Lage in Deutschland abhängt. Das betrifft in erster Linie einen Vermögenswert, an den die meisten gar nicht denken. Dieser ist unser Humankapitel, vereinfacht gesagt das Geld, was wir im Laufe unseres Arbeitslebens verdienen. Eine schlechte Wirtschaftslage, aber auch die Steuergesetzgebung, kann diesem Vermögenswert erheblich zusetzen.

Ein zweiter Vermögenswert, der davon betroffen ist, sind unsere Rentenansprüche. Auch sie unterliegen einem politischen Risiko. Es ist kaum prognostizierbar, wie viel wir einmal für unsere gezahlten Beiträge erhalten werden. Wir sammeln zwar Jahr für Jahr Entgeltpunkte auf unserem Rentenkonto an. Doch die Summe, die wir erhalten, entscheidet sich erst durch die Multiplikation der Punkte mit dem sogenannten Rentenwert. Seine Höhe ist politischer Einflussnahme unterworfen.

Immobilien als weiteres Klumpenrisiko

Diese beiden Risiken sind schon groß genug, lassen sich aber nur schwer vermeiden, wenn man nicht wegziehen will. Doch bei vielen Sparen ist auch noch ein dritter Vermögenswert dem Deutschland-Risiko unterworfen, nämlich die Immobilie. Ob sie wirklich die erhoffte Rendite abwirft, hängt ebenfalls von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Gesetzgebung ab.

Auch hier hilft Diversifikation: Vielleicht ist es sinnvoll, das Deutschland-Risiko nicht noch mehr durch den Kauf einer Immobilie zu vergrößern. Stattdessen könnte dieser Teil des Vermögens in ein global diversifiziertes Aktienportfolio investiert werden. Hier hängt die Entwicklung kaum davon ab, was in Deutschland passiert.

Kommer warnt: „Klumpenrisiko stellt für normale Privathaushalte das wichtigste aller Risikothemen dar. Insgesamt dürfte es wenige wichtige Risikothemen geben, die in der realen Privatanlagepraxis so häufig verkannt, so sehr in ihrer Bedeutung unterschätzt und so fatal unterschätzt werden wie Klumpenrisiko.“

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