Apples Tracking-Nachfrage in iOS: Frankreich sieht Wettbewerbsverzerrung
Frankreichs Wettbewerbsbehörde hat Apple eine Strafe in Höhe von 150 Millionen Euro für eine iOS-Funktion aufgebrummt, die mehr Transparenz beim Werbe-Tracking durch Apps schaffen soll. Apples Framework "App Tracking Transparency" (ATT) selbst sei nicht problematisch, die Umsetzung sei aber "im Sinne des Wettbewerbsrechts missbräuchlich", teilte die Autorité de la Concurrence am Montag nach einer längeren Untersuchung mit.
"Übermäßig komplex" für Nutzer
Apples System verhindere es, dass App-Anbieter die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung erfüllen könnten, so die Regulierungsbehörde. Apps würden dadurch gezwungen, mehrere Pop-ups anzuzeigen, das mache es für Nutzer letztlich "übermäßig komplex". Die konkrete Implementierung in iOS sei "weder erforderlich noch verhältnismäßig im Hinblick auf Apples erklärtes Ziel, personenbezogene Daten zu schützen", zitiert Reuters aus der Entscheidung der Behörde. ATT schade vor allem kleineren App-Publishern, die besonders auf Werbe-Tracking angewiesen seien.
Seit iOS 14.5 müssen Apps um die Einwilligung des Nutzers bitten, um auf eine feste, vom Betriebssystem vergebene Werbe-ID zuzugreifen. Mit Kenntnis der ID lässt sich Werbe-Tracking dann App- und Anbieter-übergreifend durchführen. Andere Formen des Werbe-Trackings sind Apps – zumindest auf dem Papier – von Apple untersagt.
Seit der Ankündigung der Funktion vor rund fünf Jahren machen Werbeverbände und Verlage dagegen mobil – besonders in Frankreich. Aber auch in anderen europäischen Ländern, darunter Deutschland, laufen ähnliche Untersuchungen der Funktion.
Apple: Keine Änderungen vorgegeben
Apple zeigte sich in einer Stellungnahme gegenüber Reuter enttäuscht über die Entscheidung in Frankreich. Der Konzern betonte zugleich, die Regulierer hätten keine spezifischen Änderungen an der Tracking-Transparenz-Funktion gefordert. Bei der französischen Wettbewerbsbehörde hieß es nur, es sei nun an Apple, der Entscheidung Folge zu leisten.