Briefzustellung der dänischen Post wird Ende 2025 eingestellt

>Während sich deutsche Postkunden in jüngster Vergangenheit über Portoerhöhungen und längere Brieflaufzeiten aufregten, muss sich die Bevölkerung im Nachbarland Dänemark auf ein Zeitalter ohne flächendeckende Briefpost einstellen. Das dänisch-schwedische Postunternehmen Postnord hat angekündigt, Ende 2025 seinen Briefdienst einzustellen und sich ab 2026 ausschließlich auf Paketzustellungen zu konzentrieren. 1500 Stellen sollen abgebaut werden. Briefe können dann aktuell nur noch über den privaten Dienstleister DAO (Dansk Avis Omdeling) verschickt werden.

Zur Begründung heißt es von Postnord, dass die Briefmengen seit dem Jahr 2000 um über 90 Prozent zurückgegangen sind und die meisten Dänen Mitteilungen inzwischen digital erhielten. Der wachsende Online-Handel sorge indessen für eine steigende Nachfrage nach Paketzustellungen. Ein rein dänisches Phänomen ist das nicht: Auch in Großbritannien wird zum Beispiel darüber diskutiert, ob künftig noch an allen Werktagen Briefzustellungen notwendig sind. Andere Länder wollen durch längere Laufzeiten Briefe erst einmal sammeln und den Personalaufwand reduzieren.

Möglich wurde die Einstellung des Briefdienstes von Postnord durch eine Änderung des Postgesetzes in Dänemark, die zum 1. Januar 2024 in Kraft trat. Damit entfiel die vorherige Beförderungspflicht und der Staat stellte die staatlichen Zuschüsse ein, womit sich der Briefdienst wirtschaftlich selbst tragen musste. Die Subventionen waren aus Sicht von Mitbewerbern ein Ärgernis. Als das Gesetz geändert wurde, zeigten sich außer DAO die meisten aber nicht interessiert daran, sich mehr im Briefgeschäft zu engagieren.

Teure Preise, wenige Briefkästen

Ganz unschuldig ist Postnord an der Entwicklung in Dänemark nicht. Seit der Zusammenlegung der staatlichen dänischen und schwedischen Post kritisieren Verbraucher in den Ländern eine Verschlechterung der Postdienstleistungen. Die Zahl der Briefkästen in Dänemark wurde seit dem Jahr 2010 von 10.000 auf aktuell nur noch 1500 reduziert. Wer einen Brief verschickt, muss dafür rund 3,35 Euro zahlen – eine Zustellung erfolgt trotz des hohen Preises aber erst nach fünf Werktagen. Schnellere Zustellung gibt es nur gegen Aufpreis. Die hohen Portokosten spüren auch Dänemark-Reisende. So kostet eine Postkarte nach Deutschland rund 6,70 Euro.

Bis Ende Dezember sollen alle restlichen Briefkästen in Dänemark entfernt werden, heißt es von Postnord. Am 18. Dezember ist der letzte Verkaufstag für Briefmarken, am 30. Dezember werden ein letztes Mal die Briefe zugestellt. Von der Entscheidung ist allerdings nur Dänemark betroffen – in Schweden soll der Briefdienst unverändert fortgeführt werden.

Einige Fragen bleiben offen

Hausbesitzer in Dänemark sind allerdings weiterhin verpflichtet, einen Briefkasten vorzuhalten. Unklar ist noch, was mit internationaler Briefpost geschehen soll. Das dänische Transportministerium will hier noch über einen Nachfolger entscheiden.

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