Als es um Migration geht, liegen die Nerven bei Alt-Grünem schnell blank

Die Bundestagswahl ist vorbei. Es schlägt die Stunde derer, die alles schon immer vorher gewusst haben wollen. Und klar: Sandra Maischberger stellt ihnen gerne ihre gute Stunde Sendezeit zur Verfügung. Denkt er an Deutschland in der Nacht, wird der Zuschauer von der ARD rund um Mitternacht zuverlässig um den Schlaf gebracht.

Der Journalist Gabor Steingart orakelt von der „Zwangsehe“ von Union und SPD. Er argumentiert aber zeitgleich gegen das Gerede von der Apokalypse für unser Land durch die AfD. Und erinnert bei der Gelegenheit daran, dass 85 Prozent der Deutschen eben nicht diese Partei von rechts außen gewählt haben. Um auf dieses Ergebnis zu kommen, addiert er die Nichtwähler lieber mal noch mit dazu. 

Noch pendeln wir in dieser Nacht also zwischen Traum und Albtraum. 350.000 Menschen unterschreiben für Robert Habeck, damit der Ex-Wirtschaftsminister doch noch ein wichtiges Amt behalten wird. Da schlägt das Pendel dann schon deutlich in die eine Richtung. Es wird schlimmer. 

Senioren-Duell bei „Maischberger“

Noch erholen sich die aktiven Politiker vom Wahlkampf oder sortieren sich für die Zeit danach. Wir erleben also zwei Altpolitiker. Jürgen Trittin, 70, trifft auf Wolfgang Bosbach, 72. Seine Tochter Caroline hat ihren Wahlkreis gegen Christian Lindner gewonnen. Die ist erst 35. Aber so viel Jugendlichkeit kommt der ARD an diesem Abend nicht vor die Kamera.

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Es bleibt beim Seniorentreffen. Trittin hat seit 1983 erstmals keinen Wahlkampf gemacht. „Das fiel mir leicht“, versichert er. Und wenn die Versuchung über ihn kam, dann habe er eine Lesung aus seinem Buch gemacht. Da bringt Trittin gleich mal noch Werbung in eigener Sache unter. Wirtschaftskompetenz hat er also, zumindest in eigener Sache.

Banale Erklärung von Trittin

„Ach“, fügt Trittin hinzu, „wir sind gerupft. Das war ein Jahr lang ,Bad Governance‘.“ Schlechte Regierung also, sagt er übers letzte Jahr der Ampel hinzu. Man habe faktisch aufgehört zu regieren. Schuld an ihrer Abwahl sind für ihn nicht die Grünen selbst. „Die tieferen Ursachen liegen in der Ampel“, findet er den Grund für den Wählerverlust. 

„Das Kernthema der Grünen haben wir sehr spät bespielt“, fügt der einstige Umweltminister der Grünen zum Thema Klima hinzu. „Wenn man den Aufwuchs der Rechten verhindern will…“, hebt er dann groß an. Und verläppert sich dann mit der Erkenntnis, dass besser regiert werden müsse. Das ist dann so banal, dass er auf 100 Prozent Zustimmung kommen kann. 

Bosbach schimpft über Merkels Dolchstoß

Mitgefühl bekommt der gescheiterte Grünen-Kandidat Robert Habeck an diesem Abend von der CDU. „Ich kann mir vorstellen, wie es jetzt in Robert Habeck aussieht. Er kann sich nicht von seiner Verantwortung für das desaströse Wahlergebnis frei machen“, befindet Wolfgang Bosbach. 

Den CDU-Politiker macht natürlich auch das eigene Wahlergebnis nicht glücklich. „Man muss einem Wahlkämpfer nicht in den Rücken fallen“, schimpft er über die Altkanzlerin Angela Merkel und deren Kritik an ihrem zukünftigen Nachfolger und alten Rivalen Friedrich Merz. 

Trittin attackiert ARD-Moderatorin Maischberger

Der Erkenntnisgewinn für den Zuschauer bleibt überschaubar. „Ich bin ja kein Anhänger der Union“, sagt Trittin. Das ist für den Altgrünen nun wirklich nicht überraschend. Dann sitzt er lange mit verschränkten Armen und schweigt weise vor sich hin. Als er sein Schweigen beendet, wird er giftig. 

Das Thema Migration ist für ihn gar nicht so wichtig, da gebe es doch viel Entscheidenderes. Für das Thema haben sich in seiner Wahrnehmung die Journalisten allerdings während des Wahlkampfs zu wenig interessiert. Das Wort „Klima“ spricht er nicht aus, dafür aber Sandra Maischberger sehr direkt an. „Ich weiß, dass Sie das nicht einsehen“, attackiert er die Moderatorin. Eine Begründung für diesen Angriff liefert er nicht mit. So beendet Trittin seinen TV-Abend nicht als Lehrmeister, sondern als Leermeister.

Wenigstens Carlo Masala schläft gut

Und wie endet der ARD-Talk? „Schlafen Sie eigentlich gut?“, fragt die Moderatorin ganz zum Schluss Carlo Masala. Da hat der Professor an der Bundeswehrhochschule in München gerade Szenarien für die nukleare Verteidigung entworfen und Deutschland als Durchmarschgebiet für eine russische Armee dargestellt. Ganz wie im fast schon vergessenen Kalten Krieg. „Ich schlafe immer gut“, versichert der. Da kann man ihm nur gratulieren. 

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