Perfektionismus bis Authentizität: 3 Tipps um im Job erfolgreicher zu werden
Warum ist Authentizität am Arbeitsplatz heute so wichtig?
Authentizität ist mehr als ein Trend – sie ist die Antwort auf eine Arbeitswelt, die oft von Unsicherheit, Veränderung und hohen Erwartungen geprägt ist. Menschen suchen heute nicht mehr nur nach fachlicher Exzellenz, sondern nach Persönlichkeit und Verlässlichkeit. Wer authentisch ist, schafft Vertrauen, inspiriert und wird gehört.
Während Unternehmen sich transformieren und Mitarbeitende immer häufiger ihre Positionen wechseln, wächst die Sehnsucht nach Stabilität und Vertrauen. Menschen, die sich selbst treu bleiben, wirken glaubwürdig und verlässlich – Eigenschaften, die in unsicheren Zeiten besonders geschätzt werden.
Darüber hinaus ermöglicht Authentizität ein echtes Miteinander. In einer Arbeitsumgebung, die oft auf Leistung und Effizienz fokussiert ist, schaffen authentische Persönlichkeiten eine menschlichere Atmosphäre. Sie zeigen sich nicht nur mit ihren Stärken, sondern auch mit ihren Schwächen, was das Miteinander stärkt.
Gleichzeitig entlastet Authentizität den Druck, perfekt sein zu müssen. Besonders Frauen sehen sich oft widersprüchlichen Erwartungen ausgesetzt: Sie sollen durchsetzungsstark sein, aber nicht zu dominant, kompetent, aber nicht zu fordernd. Dieser ständige Balanceakt führt zu unnötigen Stress. Wer sich erlaubt, „echt“ zu sein, kann den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge setzen.
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Authentizität ist heute ein echter Wettbewerbsvorteil. Authentische Menschen strahlen Selbstbewusstsein aus. Wirklicher Erfolg beginnt dort, wo die Angst vor dem Urteil anderer endet.
Über Emma-Isadora Hagen
Emma-Isadora Hagen übernahm mit 22 Jahren Verantwortung als Führungskraft im Konzern und lenkte bis zuletzt als General Sales Managerin ein Team von rund 200 Mitarbeitenden und 19 Führungskräften und Nachwuchsführungskräften. Modernes Leadership und New Work zählen zu ihren Spezialgebieten. Als moderne Managerin setzt sie sich dafür ein, die Arbeitswelt zukunftsfähig zu gestalten. Neben ihrer Tätigkeit als General Sales Managerin, Führungskraft und Mentorin startete sie im Oktober 2022 ihre berufliche Sichtbarkeit in den sozialen Medien. Ihre Beiträge auf LinkedIn erreichen im Jahr über zwei Millionen Leser. Von LinkedIn wurde sie als Top-Voice ausgezeichnet.
Wie hängen Selbstbewusstsein und Authentizität zusammen?
Selbstbewusstsein und Authentizität sind zwei Seiten derselben Medaille. Ohne ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein fällt es schwer, authentisch zu sein, denn Authentizität erfordert Mut: den Mut, sich selbst zu zeigen, auch wenn dies mit Risiken verbunden ist. Menschen, die sich ihrer Werte, Stärken und Schwächen bewusst sind, brauchen keine Maske. Sie wissen, wer sie sind, und handeln aus dieser inneren Klarheit heraus.
Selbstbewusstsein bedeutet, die eigenen Stärken zu kennen, Schwächen zu akzeptieren und sich nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen. Es gibt uns die Grundlage, um Entscheidungen zu treffen, die den eigenen Überzeugungen entsprechen.
Authentizität ist die logische Konsequenz daraus. Wer selbstbewusst ist, kann im Berufsalltag ehrlich kommunizieren, sich zu Fehlern bekennen und klar für eigene Ziele einstehen.
Fehlt jedoch das Selbstbewusstsein, geraten viele in den Anpassungsmodus. Die Angst vor Ablehnung führt dazu, dass Menschen lieber schweigen oder Kompromisse eingehen, die nicht zu ihnen passen. Das hemmt nicht nur das persönliche Wachstum, sondern auch den beruflichen Erfolg.
Selbstbewusstsein gibt die Sicherheit, authentisch aufzutreten, ohne sich zu verbiegen. Und authentisches Verhalten stärkt wiederum das Selbstbewusstsein: Jedes Mal, wenn wir für uns einstehen und positive Resonanz erfahren, wächst unser Vertrauen in uns selbst.
Ich sage immer: Sei du selbst, das ist deine größte Stärke.
Was sind typische Stolpersteine auf dem Weg zu Authentizität im Job?
Es klingt so einfach: Sei einfach du selbst. Doch im Joballtag lauern Stolpersteine, die Authentizität schwerer machen, als sie sein sollten. Ein Klassiker: Authentizität mit Schonungslosigkeit zu verwechseln. „Ich bin halt so!“ ist kein Freifahrtschein für rücksichtsloses Verhalten. Authentisch zu sein bedeutet, ehrlich und gleichzeitig respektvoll aufzutreten – nicht, alles ungefiltert rauszuhauen.
Und dann ist da noch die Perfektionsfalle: Wer ständig versucht, perfekt zu wirken, verliert irgendwann die Verbindung zu sich selbst. Authentizität braucht Ecken und Kanten – keine Hochglanzfassade.
Der größte Stolperstein? Zu glauben, dass Authentizität nicht ins Büro passt. Dabei ist sie genau das, was Teams, Führung und Erfolg menschlicher und nachhaltiger macht. Trauen Sie sich – es lohnt sich!
Wie kann ich authentisch und selbstbewusst werden?
Heute erhalten Sie 3 Tipps von mir, wie Sie authentisch und selbstbewusst im Job werden.
1. Hören Sie auf, alles allen recht machen zu wollen.
Authentisch zu sein, bedeutet auch, Grenzen zu setzen und zwar deutlich. Das heißt nicht, dass Sie zu allem „Nein“ sagen sollen. Aber wer ständig versucht, die Erwartungen anderer zu erfüllen, läuft Gefahr, seine eigenen Bedürfnisse komplett zu ignorieren.
Ein Beispiel: Sie sitzen in einem Meeting, und jemand verteilt Zusatzaufgaben mit der Frage: „Wer könnte das übernehmen?“ Wenn Sie innerlich aufschreien wollen, aber zögern, weil Sie „nett“ sein wollen, fragen Sie sich: Passt das zu meinen Prioritäten? Wenn nicht, sagen Sie klar: „Ich habe gerade keine Kapazität dafür, aber ich helfe gerne mit, eine andere Lösung zu finden.“
2. Werden Sie unperfekt.
Perfektionismus ist der Feind der Authentizität. Fehler zuzugeben oder Schwächen zu zeigen, macht Sie nicht schwächer, es macht Sie greifbarer und schafft echte Verbindungen.
Ein Beispiel: Sie haben einen Fehler gemacht, der auffällt. Statt hektisch zu versuchen, ihn zu vertuschen, sagen Sie: „Das war mein Fehler, und ich habe daraus etwas gelernt: Beim nächsten Mal werde ich xyz anders machen.“
3. Schnelle Pferde schneller machen – setzen Sie auf Ihre Stärken.
Eine der häufigsten Fallen im Job ist der Fokus auf Schwächen. Natürlich gibt es Bereiche, in denen Sie sich verbessern können. Aber viel sinnvoller – und authentischer – ist es, Ihre Energie auf das zu richten, was Sie wirklich gut können.
Ein Beispiel: Sie sind hervorragend darin, Ideen zu entwickeln, aber nicht besonders gut in der Detailarbeit. Statt sich ständig dafür zu entschuldigen, holen Sie sich gezielt Unterstützung für den Feinschliff. „Schnelle Pferde schneller machen“ bedeutet, das Beste aus Ihren Talenten herauszuholen, statt Energie auf Bereiche zu verschwenden, die Ihnen ohnehin nicht liegen.
Authentizität ist kein statisches Ziel, sondern ein Prozess. Es geht darum, in jeder Situation ehrlich mit sich selbst zu bleiben, dabei Raum für Wachstum zu lassen und den Mut zu haben, echt zu sein. Erfolg beginnt dort, wo Authentizität und Selbstbewusstsein sich die Hand geben.