Automatische Abdrücklok soll Güterverkehr beschleunigen

Mit einer vollautomatischen Rangierlok will die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo Güterzüge in Zukunft effizienter zusammenstellen. Nach ersten erfolgreichen Tests mit einem Prototyp auf dem Rangierbahnhof München-Nord will die Bahn die Lokomotive zur Serienreife weiter entwickeln, teilte sie jetzt in einer Pressemitteilung mit. Ab dem Jahr 2028 könnte sie dann in großen Zugbildungsanlagen der DB Cargo in Deutschland zum Einsatz kommen.

Der sogenannten Abdrücklok kommt im Rangierbetrieb eine besondere Rolle zu: Sie ist für das “Abdrücken” von Güterwagen über einen Ablaufberg zuständig. Dazu schiebt sie Wagengruppen langsam und kontrolliert über die Kuppe des künstlichen Hügels, von wo aus diese eigenständig in verschiedene Richtungsgleise rollen. Bisher werden diese Rangierlokomotiven manuell von Lokführern bedient.

Anspruchsvolles Projekt

Die Automatisierung, die von der DB Cargo zusammen mit Bosch Engineering und ITK Engineering vorangetrieben wird, gilt als technisch anspruchsvoll, da die Lokomotive präzise Geschwindigkeiten einhalten und dabei auf unterschiedliche Wagengewichte reagieren muss.

Die Lokomotive wurde dazu mit Sensoren für die Umfelderfassung versehen. Ziel sei es, die Wirtschaftlichkeit im Schienengüterverkehr zu erhöhen.

Ende 2027 soll die Abdrücklok die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt erhalten, plant die Bahn. Im Folgejahr könnte sie dann in verschiedenen Güterbahnhöfen zum Einsatz kommen. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert das Projekt über das Programm Zukunft Schienengüterverkehr.

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