Meilenstein für Zug-Checkpoints: Wie Österreich seine Züge überwacht

>Wenn in Österreichs Bahnnetz einer von täglich 6000 Zügen einen der Checkpoints entlang der Bahntrassen passiert, sind viele digitale Augen auf ihn gerichtet. Bis zu elf verschiedene Diagnosefunktionen laufen dann ab und sollen Unglücke verhindern und Schäden frühzeitig erkennen. Von diesen Zuglaufcheckpoints gibt es nach Herstellerangaben inzwischen 50 in der Alpenrepublik.

Vor acht Jahren wurde die Technik in einem Pilotprojekt mit einem ersten Checkpoint in der Steiermark das erste Mal im Echtbetrieb ausprobiert. Ein Jahr später folgten erste reguläre Checkpoints und im Jahr 2020 wurden bereits 47 Messpunkte zu umfassenden Kontrollstationen erweitert. Inzwischen ist das Monitoring-System auch in Bulgarien, Slowenien, Kroatien und Mexiko im Einsatz.

Züge müssen nicht abbremsen

Die Sensoren der Checkpoints erfassen unter anderem Temperaturwerte von Achsen, Rädern und Bremsscheiben. Eingebaut sind Infrarot-, faseroptische, akustische und optische Sensoren. Sie ermitteln die Gewichtslast auf Einzelrädern und die Kräfte zwischen Rad und Schiene. Sie sollen auch über die Waggons herausragende Ladungsteile verlässlich erkennen und alarmieren das zuständige Personal in der Fahrdienstleitung in Echtzeit. Verarbeitet werden die Daten auf zwei geografisch getrennten Servern. All das ist ohne Abbremsen des Zuges bei Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h möglich.

Betreiber der Checkpoints in Österreich ist die ÖBB Infrastruktur AG. Sie war seinerzeit auch Projektpartner in der Pilotphase. Die Technologie wurde von der Österreicher Firma Voestalpine Railway Systems entwickelt.

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