Foxconn: Trumps Zölle bereiten Tech-Giganten "große Kopfschmerzen"

Die Warnungen vor den internationalen Auswirkungen der sprunghaften Zollpolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump aus dem Tech-Sektor werden lauter. Zu Wort gemeldet hat sich am Freitag mit Foxconn nun auch einer der wichtigsten Ausrüster von US-Konzernen wie dem iPhone-Bauer Apple, dem Cloud-Dienstleister Amazon oder dem Chiphersteller Nvidia. "Das Thema Zölle bereitet den CEOs unserer Kunden derzeit große Kopfschmerzen", erklärte der Vorstandsvorsitzende des taiwanesischen Zulieferers, Young Liu, in einer Telefonkonferenz mit Anlegern bei der Präsentation von Umsatz- und Gewinnzahlen. Gemessen an der Haltung, die Trumps Team bei Zöllen an den Tag lege, sei es "sehr, sehr schwer vorherzusagen, wie sich die Dinge im nächsten Jahr entwickeln werden".

Foxconn bleibe daher nichts anderes übrig, als sich darauf konzentrieren, "das gut zu machen, was wir kontrollieren können", betonte Liu laut der Financial Times in dem Ausblick. Immer mehr US-Kunden des Unternehmens drängten darauf, dass Foxconn Produktionsfähigkeiten in Kooperationsprojekten stärker in die USA verlagere. Details dazu nannte er laut dem Bericht nicht, da die Verhandlungen darüber noch nicht abgeschlossen seien. Foxconn schätzt, dass sein von Apple dominiertes Geschäft mit Informations- und Kommunikationsprodukten 2025 stabil bleiben werde. "Aber angesichts der Unsicherheiten im Zusammenhang mit Geopolitik und Zöllen wird die Fertigung vor Herausforderungen stehen und auch die Nachfrage könnte darunter leiden", räumte Liu ein. Der Konzern werde eng mit seinen Kunden zusammenarbeiten, um seine globale Präsenz anzupassen.

Foxconn hat Zollprobleme mit Fertigung in China, Mexiko & Co.

Foxconn ist selbst von den Versuchen der Trump-Administration betroffen, mehr Produktionsstätten in die USA zu verlagern. Der Löwenanteil der Fertigungskapazität befindet sich in China. Dort gefertigte Produkte sollen bei Exporten in die Vereinigten Staaten durch einen zusätzlichen Zoll in Höhe von 10 Prozent teurer werden. Größere Produktionsstandorte für die Taiwanesen sind auch Indien und Vietnam, da Apple dort in Sachen Herstellung deutlich ausbaut. Beide Nationen stehen auf der Liste Trumps für Länder mit erhöhten Zollforderungen. Ferner baut Foxconn die weltweit größte Fabrik für Nvidia-Blackwell-Server in Mexiko. Für das Nachbarland hat der US-Präsident Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Einfuhren in die USA angesetzt. Gerade erst prophezeite der E-Autokonzern Tesla von Elon Musk, dass Trumps Zollpolitik auch die Produktion in den USA verteuern dürfte.

Bedenken, dass Cloud-Dienstanbieter in diesem Jahr ihre Ausgaben kürzen könnten, teilte Liu nicht. Vielmehr werde der Achtungserfolg des chinesischen KI-Unternehmens DeepSeek bei der Entwicklung eines großen Sprachmodells mit geringeren Hardware-Investitionen wahrscheinlich mehr mittelständische Unternehmen dazu ermutigen, eigene einschlägige Fertigkeiten voranzubringen. Das würde die Servernachfrage weiter steigern. Aufgrund dieses erwarteten Wachstums würden Cloud- und Netzwerkprodukte 2025 die Hälfte des Umsatzes des Unternehmens ausmachen und damit das Geschäft mit Unterhaltungselektronik überholen. Letzteres belastete aufgrund schwacher Margen bei Smartphone-Montagen lange Zeit die Bilanz von Foxconn. Überraschend meldete der Konzern fürs vierte Quartal einen Gewinnrückgang, den er aber auf ein Minus bei weniger relevanten außerbetrieblichen Erträgen zurückführte.

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