"Offenbar haben unsere Vorstände gut verhandelt": 19 Millionen Euro für SAP-CEO

SAP-Vorstandschef Christian Klein hat 2024 deutlich von den guten Geschäften des Softwarekonzerns profitiert. Der Manager verdiente im vergangenen Jahr fast 19 Millionen Euro, wie aus dem Vergütungsbericht von SAP hervorgeht. Das ist mehr als zweieinhalbmal so viel wie 2023. Damals hatte Klein rund 7,2 Millionen Euro erhalten.

Der 44 Jahre alte Klein gehört damit zu den bestbezahlten Managern in Deutschland. 2023 war Mercedes-Chef Ola Källenius mit 12,7 Millionen Euro Gehalt der Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen. In diesem Jahr stehen noch einige Vergütungsberichte der größten börsennotierten Unternehmen aus. Eine Rangliste wird es erst im Laufe des Jahres geben.

Aktienplus treibt Boni hoch

Die Vorstandsgehälter bei SAP setzen sich demnach im Wesentlichen aus einer Festvergütung sowie kurz- und langfristigen Bonuszahlungen zusammen. Die Boni machen den größten Teil des Gehalts aus und sind unter anderem vom Erreichen bestimmter Vorgaben abhängig.

Das deutliche Plus im vergangenen Jahr hängt dem Bericht zufolge zum einen damit zusammen, dass SAP viele interne Ziele erreicht hat. Zum anderen hat der Anstieg des Aktienkurses den Wert der Anteile in die Höhe getrieben, die der Aufsichtsrat den Managern als langfristigen Bonus gewährt. Seit 2021 hat der Kurs nach SAP-Angaben um 126 Prozent zugelegt.

58 Millionen Euro für gesamten Vorstand

Bei Vorstandschef Klein macht die erfolgsabhängige Vergütung mehr als 92 Prozent aus. Auch bei anderen Managern stellt sie einen Großteil des Gehalts dar. Auf Klein folgen bei den Spitzenverdienern im Vorstand Thomas Saueressig mit 8,24 Millionen, zuständig für "Customer Services & Delivery", und Finanzchef Dominik Aslam mit 3,28 Millionen Euro. Der gesamte Vorstand von Europas größtem Softwarekonzern verdiente 2024 58,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 24 Millionen Euro.

Vom Wachstum kommt nach Angaben von SAP-Betriebsratschef Eberhard Schick wenig bei den Beschäftigten an. Die nächste Gehaltserhöhung betrage durchschnittlich 2,4 Prozent – und fange kaum die Effekte der Inflation auf. "Offenbar haben unsere Vorstände gut verhandelt", teilte Schick mit. "Der Belegschaft wird dies nur schwer zu vermitteln sein." Zuvor hatten die Arbeitnehmervertreter ein Gehaltsplus von mindestens fünf Prozent gefordert. Die konkreten Gehaltserhöhungen seien von der Leistungseinschätzung des Managements abhängig, heißt von IG Metall. Beim Großteil der Angestellten rechnen die Arbeitnehmervertreter mit einer Erhöhung von mindestens 0,72 Prozent. SAP verwies hingegen auf höhere Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge und zu Mitarbeiteraktien.

Für den Softwarekonzern aus Walldorf war 2024 nach früheren Angaben Kleins ein "fantastisches Jahr". So konnte SAP die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 34,2 Milliarden Euro ausbauen. Unter dem Strich blieb mit einer Summe von 3,15 Milliarden Euro allerdings nur rund die Hälfte des Gewinns aus dem Vorjahr übrig. Für den Abbau tausender Stellen hatte das Unternehmen 2024 mehrere Milliarden Euro an Einmalkosten aufgewendet.

Das könnte Ihnen auch gefallen