Eilantrag abgelehnt: Musk kann OpenAI nicht an Umstrukturierung hindern

OpenAI und Elon Musk liegen bereits seit Langem im Klinsch. Musk selbst war einer der Gründer des KI-Start-ups, hat sich aber nach Streitigkeiten um die Ausrichtung und vor allem um die Führungsstrukturen 2018 aus dem Unternehmen herausgezogen. Nun wirft er OpenAI vor, den eigentlichen Pfad verlassen zu haben, was zuletzt in einer Klage gipfelte, mit der Musk versucht, OpenAI daran zu hindern, das gemeinnützige Unternehmen in ein gewinnorientiertes Unternehmen umzuwandeln.

Die zuständige Richterin in Kalifornien hat den dazugehörigen Eilantrag abgewiesen. Es seien keine ausreichenden Gründe vorgelegt worden, um sofort zu entscheiden. Aber: Die Richterin erklärte laut Reuters auch, das Verfahren werde noch in diesem Jahr regulär aufgenommen. Musk wirft OpenAI und Microsoft außerdem vor, gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben. Sie sollen Investoren aufgefordert haben, nicht in andere KI-Start-ups zu investieren.

Zu den Versuchen, OpenAIs Umstrukturierung zu verhindern, gehörte auch ein Übernahme-Angebot von Musk. Er wollte knapp 100 Milliarden US-Dollar für den Non-Profit-Teil bezahlen. OpenAI lehnte wenig überraschend ab.

Vorgehen von OpenAI stößt nicht nur Musk auf

Musk Anwalt sagt, die früheren Investitionen seines Klienten in OpenAI seien für wohltätige Zwecke gewesen, nicht jedoch, damit Sam Altman, CEO von OpenAI, sich selbst bereichert. Doch das geschehe in Musks Augen bei einer Umstrukturierung.

Auch andere kritisieren OpenAIs Vorgehen. Meta-CEO Mark Zuckerberg etwa hat bereits die ehemalige US-Regierung gebeten, sich des Falls anzunehmen. Er meint, es könne "seismische Auswirkungen" auf das Silicon Valley haben. Denn dann sei es für Start-ups künftig möglich, als gemeinnützige Organisation steuerfrei Millionenspenden für die Forschung und Entwicklung zu sammeln – die bei Erfolg in ein profitables Geschäftsmodell überführt werden.

OpenAI beruft sich derweil darauf, dass die eigenen KI-Anwendungen der gesamten Menschheit zugutekommen würden. Die Menschheit allerdings bezahlt für die Dienste. Aktuell in Form von Abonnements, aber auch mit Daten, die in das Training der KI-Modelle geflossen sind. Auch hier beruft sich OpenAI auf das US-amerikanische "fair use"-Prinzip, das es erlaubt, urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen, sofern es allen Menschen zugutekommt.

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