Verborgene Geschichte: Öffentlichkeit erhält Zugang zu mysteriösen Weltkriegstunneln unter London

In der Londoner Chancery Lane wird derzeit ein Geheimgang-Komplex tief unter der Erde zur neuen Touristenattraktion umgebaut. Wie unter anderem die britische Zeitung „Daily Express“ berichtet, soll der ehemalige Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg bereits in wenigen Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich werden.

Weltkriegs-Tunnelsystem soll neuer Kultur-Hotspot werden

Ziel des Umbaus ist es, die alten Untergrundtunnel im Zentrum der Stadt in ein einzigartiges historisches Museum, eine Gedenkstätte, eine Kunstgalerie sowie eine neue Kulturstätte zu verwandeln. Zudem soll im unterirdischen Komplex die wahrscheinlich weltweit tiefliegendste lizenzierte Bar eröffnen.

Bauarbeiten am Kingsway Tunnel im Jahr 1940 in London, England. Getty Images/Handout

Der große Umbau des rund 8000 Quadratmeter großen Labyrinths soll laut derzeitigem Stand rund 120 Millionen Pfund (etwa 145 Millionen Euro) kosten und Ende 2027 oder Anfang 2028 abgeschlossen sein. Das zuständige Unternehmen rechnet laut „Daily Express“ mit bis zu drei Millionen Besuchern pro Jahr, was es zu einer der meistbesuchten Attraktionen Londons machen würde.

Kingsway Exchange Tunnel war bis 2007 nicht zugänglich

Die etwa 40 Meter tiefen Kingsway Exchange Tunnel waren bis zum Jahr 2007 durch den „UK Official Secrets Act“ von der Öffentlichkeit abgeschnitten, eine Vorschrift, die vor allem Staatsgeheimnisse und amtliche Informationen schützen sollen, die die nationale Sicherheit Englands betreffen. Öffentlich zugänglich war das Tunnelsystem jedoch nicht.

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Eine Bar im Kingsway Tunnel in London, 1970. Getty Images/Handout

Die Tunnel wurden zwischen 1940 und 1942 als Luftschutzbunker gebaut, um sich vor Angriffen des deutschen Nazi-Regimes zu schützen. Ursprünglich sollte das System laut Berichten von CNN an die darüber liegende U-Bahn-Station angeschlossen werden. Die deutsche Invasionsstrategie im Zweiten Weltkrieg verlagerte sich jedoch nach Osten in Richtung Russland, so dass sie nie in Betrieb genommen wurde.

Tunnel wurden auch noch während des Kaltes Krieges genutzt

Später wurden die Räumlichkeiten von der britischen Geheimdienstorganisation MI6 genutzt. Sie dienten auch als Kommunikationszentrale, einschließlich der berühmten „Hotline“ zwischen den USA und der UdSSR, während des Kalten Krieges in den 1950er und 1960er Jahren. 

Eine Bar mit Billiardtischen im Kingsway Tunnel in London, 1970. Getty Images/Handout

Die Tunnel sollen laut Aussagen des zuständigen Unternehmens „die Opfer der Londoner Familien während der Luftangriffe ehren“, erklärt der Geschäftsführer gegenüber CNN. „Das wird ein riesiger Raum und dieser ‘Wow’-Effekt macht den Unterschied.“ Alle historisch relevanten und interessanten Gegenstände sollen in den Tunneln verbleiben. Die interaktiven Ausstellungen und digitalen Projekte sollen die Geschichte des Untergrundsystems im Herzen Londons erfahrbarer machen.

Weltkriegsbunker „Regenwurmlager“ zieht zahlreiche Touristen an

Auch in Polen können Schaulustige einen ehemaligen Weltkriegsbunker entdecken. In der Nähe der westpolnischen Stadt Miedzyrzecz befindet sich ein weit verzweigtes Tunnelsystem, das bereits zu Zeiten des Ersten Weltkriegs in den 1920er-1940er Jahren vom Deutschen Reich erbaut wurde. Das System mit dem Spitznamen „Regenwurmlager“ gilt als der längste unterirdische Verteidigungskomplex der Welt.

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