Beliebte Urlaubsregion erhöht Tourismusabgaben deutlich – bis zu 15 Euro pro Nacht

Die spanische Region Katalonien wird die Touristenabgaben ab diesem Jahr verdoppeln. Dies berichtete unter anderem der spanische öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE. Urlauberinnen und Urlauber müssen im Spanien-Urlaub also bald tiefer in die Tasche greifen.

Extra-Einnahmen sollen in Wohnungsbau investiert werden

Gleichzeitig beschloss die Regierung die Grunderwerbssteuer, die auf den Kauf von Immobilien erhoben wird, für Großbesitzer zu verdoppeln. Mit den geplanten Steueränderungen möchte die Regionalregion mehr Einnahmen für die Wohnungspolitik erzielen und "Immobilienspekulation bekämpfen", wie die Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, Alícia Romero, und die Vorsitzende der Kommissionen im Parlament, Jéssica Albiach, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitteilten.

David Cid, Sprecher der linken Partei Comuns, betont, dass die Gebühr lediglich von Touristen, nicht von den Hoteliers bezahlt werden müsse: "Eine Person, die in die Stadt Barcelona kommt und zwischen 300 und 400 Euro für eine Nacht in einem Hotel bezahlt, kann durchaus sieben Euro mehr pro Nacht bezahlen", argumentiert der Politiker. Mindestens 25 Prozent der Einnahmen von erhofften 300 Millionen Euro sollen zur Bekämpfung des Wohnungsmangels genutzt werden. 

Barcelona erhöht Touristen-Zuschlag auf acht Euro

Die Maßnahme sei derzeit wirtschaftlich sinnvoll, betont die Wirtschaftsministerin, da Katalonien derzeit "Rekordtouristen und -einnahmen" verzeichne. Katalonien plant, die Übernachtungsgebühr nach Ort und Unterkunftskategorie zu staffeln. Alle Gemeinden der Region dürfen zudem einen kommunalen Zuschlag von bis zu vier Euro erheben. 

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Die Umsetzung dieser Änderungen obliegt den einzelnen Stadtverwaltungen. Zuvor war dies nur in Barcelona möglich, wo der Zuschlag auf acht Euro erhöht wird. In Barcelona können Besucher von 5-Sterne- oder Luxus-Hotels künftig mit einer Kurtaxe von bis zu 15 Euro pro Nacht zur Kasse gebeten werden.

Barcelona will Ferienwohnungen abschaffen

Die katalonische Hauptstadt hat bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um die hohen Tourismuszahlen zu regulieren. Demnach will Barcelona ab 2029 keine neue Lizenzen mehr für Ferienwohnungen vergeben. Bürgermeister Jaume Collboni erklärte, dass die bestehenden Lizenzen, die bis November 2028 gültig sind, nicht erneuert werden. Dadurch sollen etwa 10.000 Wohnungen wieder für den Miet- oder Kaufmarkt verfügbar gemacht werden.

Die Stadtverwaltung begründet diese Maßnahme mit dem angespannten Wohnungsmarkt und den stark gestiegenen Mieten in Barcelona. Die Mieten seien in den letzten zehn Jahren um 68 Prozent gestiegen. Zudem sei es untragbar, dass so viele Wohnungen als Unterkünfte für Touristen genutzt werden.

Eine Stadt nahe Barcelona hat sogar eine Buslinie aus Online-Karten entfernen lassen, da die Einheimischen durch die zahlreichen Urlauberinnen und Urlaubern ihren ÖPNV nicht mehr nutzen konnten.

Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren gegen den Massentourismus in Barcelona, Spanien, 2024. Getty Images/SOPA Images

Italien-Urlauber müssen pro Nacht bis zu 25 Euro Touristensteuer zahlen

Touristen müssen sich in den kommenden Jahren nicht nur in der spanischen Urlaubsregion auf hohe Preise bei ihren Reisen einstellen. Auch in Italien müssen Urlauber zukünftig deutlich mehr Kurtaxe zahlen. Derzeit beträgt die Obergrenze fünf Euro pro Nacht, künftig könnten jedoch bis zu 25 Euro je Nacht anfallen. Diese Erhöhung soll vor allem Luxushotels betreffen, die über 750 Euro pro Nacht kosten. Erholungsorte und Gemeinden sollen die Möglichkeit erhalten, die Steuer flächendeckender zu erheben.

Die zusätzlichen Einnahmen sollen neben dem Tourismussektor auch Umweltprojekte unterstützen. Geplant ist, Maßnahmen zur Abfallentsorgung und zur Minderung der Umweltbelastungen durch den Tourismus zu finanzieren. Reisende sollten ab diesem Jahr die Entwicklungen im Auge behalten.

Auch Mallorca will künftig die Übernachtungssteuer erhöhen.

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