So vermeiden Anleger das Klumpenrisiko im MSCI World ETF
Die aktuellen Entwicklungen in den USA irritieren viele Anleger. Vor dem Hintergrund der Politik von US-Präsident Donald Trump schwindet das Vertrauen, wie sicher Investitionen in globale Aktienfonds tatsächlich sind. Insbesondere der MSCI World ETF steht im Fokus der Diskussion, da rund drei Viertel seines Volumens auf US-Unternehmen entfallen.
MSCI World ETF hängt am US-Markt
„Ein ETF auf den MSCI World umfasst rund 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern, doch die zehn größten Positionen bestehen fast ausschließlich aus US-Technologiewerten wie Apple, Microsoft und Amazon“, erklärt Stephan Witt von der FiNUM.Private Finance AG in Berlin. „Das bedeutet, dass ein Anleger in einem MSCI World ETF hauptsächlich vom US-Markt und insbesondere von Tech-Unternehmen abhängig ist.“ Daher würde ein Einbruch in diesen Bereichen den gesamten Index stark beeinflussen.
Globale Fonds spiegeln US-Zentrierung
Dieser Ansicht ist auch Thilo Stadler von I.C.M. Independent Capital Management in Mannheim. Er weist darauf hin, dass die Marktkapitalisierung des US-Aktienmarktes um ein Vielfaches höher sei als die aller anderen Staaten, was die hohe Gewichtung der USA im MSCI World Index erkläre. „Die hohe Gewichtung der USA ist nur folgerichtig. Länder und Regionen aus den Emerging Markets spielen qua Definition keine Rolle“, sagt Stadler. Auch andere globale Fonds spiegeln diese US-Zentrierung wider, denn viele Fondsmanager orientieren sich an Benchmarks wie dem MSCI World oder dem S&P 500 - mit entsprechend hoher Gewichtung amerikanischer Technologiewerte.
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Einbruch der US-Wirtschaft würde Kurse stark beeinflussen
Dies birgt erhebliche Risiken, sollte es zu einer Korrektur am US-Markt kommen. „Sollte die Trump-Administration die USA wirklich in eine Rezession führen, werden die teils hohen Bewertungen in vielen Sektoren zu einem echten Problem“, warnt Stadler. Eine Kurskorrektur am US-Markt würde den Weltaktienindex Aktienindex MSCI World stark beeinflussen. Witt ergänzt: „Die US-Tech-Werte sind so dominant, dass Verluste bei Apple, Nvidia oder Microsoft den gesamten Markt nach unten ziehen können.“ Mit entsprechenden Folgen für die Anleger.
Risiken durch Gewichtung reduzieren
Doch diese Risiken lassen sich reduzieren. Witt empfiehlt alternative Indizes: „Ein MSCI World Equal Weight Index gewichtet alle enthaltenen Aktien gleich und reduziert dadurch die Übergewichtung von US-Großkonzernen.“ Stadler rät zu einem Blick auf den MSCI World ex USA: „Die Gewichtung aller übrigen Länder des MSCI World ist dadurch deutlich höher, der Index ist breiter gestreut.“
Auch eine Beimischung von Emerging Markets kann zur Diversifikation beitragen. Allerdings warnt Stadler: „Doch Vorsicht: Hier nimmt oft China eine dominante Gewichtung ein.“
Tobias Koch von der SCA Portfoliomanagement GmbH in Neutraubling sieht eine weitere Möglichkeit darin, über mehrere einzelne ETFs gezielt Regionen zu gewichten - etwa durch Investments in den MSCI USA, MSCI Europe und MSCI Emerging Markets. Eine Alternative sei die Wahl eines aktiv gemanagten globalen Fonds, der die Gewichtung der Märkte bewusst steuert und so extreme Abhängigkeiten vermeidet.
Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.