Sparer aufgepasst! Jetzt steigen plötzlich die Festgeldzinsen

Die wiederholten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben für Sparer unerwünschte Nebenwirkungen: Die Zinsen auf Tages- und Festgeldgeldkonten sinken seit Wochen. Tagesgeldzinsen sind bei vielen Banken mittlerweile wieder unter die Inflationsrate gefallen. Diese lag zuletzt bei 2,2 Prozent.

"Die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen verzeichneten im Februar sogar den stärksten Einbruch seit über zwölf Jahren", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Auch bei den Top-Angeboten seien die Zinsen weiter auf Talfahrt. "Bis zum letzten Sommer brachten täglich verfügbare Sparanlagen bei Top-Anbietern noch vier Prozent Zinsen. Heute liegen die höchsten Bestandskundenzinsen um Markt fast anderthalb Prozentpunkte niedriger", rechnet Maier vor.

Festgeld

Auch bei den Festgeldzinsen kürzten viele Banken ihre Angebote heftig zusammen: Laut Verivox bringen Festgelder mit einem Jahr Laufzeit in der Spitze aktuell 2,75 Prozent Zinsen, 2-jährige Festgeldanlagen bis zu 2,8 Prozent. Das zeigen auch die aktuellen Konditionen im Festgeld-Vergleich von FOCUS online. 

Allerdings zeigt sich dort: Langlaufende Festgelder ziehen plötzlich wieder an. Machte es monatelang bei den Zins-Konditionen keinen Unterschied, ob man sein Geld für zwei, fünf oder zehn Jahre anlegte, geht es mit den Konditionen für langlaufende Festgeldzinsen wieder nach oben. Wer sein Geld tatsächlich für zehn Jahre fix anlegen möchte, erhält dafür bei der Banca Sistema mit Sitz in Italien 3,4 Prozent Zinsen per annum. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich bei einem so langen Anlagehorizont nicht eher lohnen würde, ein ETF-Depot zu besparen.

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Auf "normales" Festgeld zahlen deutsche Banken laut Verivox aktuell bis zu 2,6 Prozent für Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit. Wie wenig das ist, zeigt der Vergleich mit 2024: Vor einem Jahr lag der Höchstzins unter den deutschen Banken noch bei 3,8 Prozent. Damals gab es bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro Anlagesumme über die volle Laufzeit von 24 Monaten insgesamt 240 Euro mehr Zinsertrag als mit dem aktuellen Top-Angebot im Markt.

Jetzt auf FOCUS online Festgeld-Konditionen vergleichen

Tagesgeld

Beim Tagesgeld ist die Geldanlage nur noch bei ganz wenigen Instituten einigermaßen attraktiv. Nur bei Aktionsangeboten können Neukunden für einige wenige Monate noch drei Prozent und etwas mehr bekommen.  

Aktuell bietet die FCM Bank mit 2,68 Prozent die höchsten Tagesgeldzinsen, die ohne Einschränkung für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen gelten. Dort sind Spargelder durch die maltesische Einlagensicherung geschützt.

Wer auf den Einlagenschutz eines Staates mit sehr guten Bonitäts-Ratings Wert legt, kann bei der niederländischen Ayvens Bank bis zu 2,55 Prozent Zinsen einstreichen. Deutsche Institute zahlen in der Spitze 2,5 Prozent Zinsen.

Zum Tagesgeld-Vergleich von FOCUS online

Aktionsangebote

Unter den Anbietern mit befristeten Neukundenkonditionen bietet der Broker XTB mit 3,5 Prozent derzeit die höchste Verzinsung für täglich fällige Spargelder. Diese Neukundenkonditionen gelten ab Kontoeröffnung für 90 Tage, danach greifen die regulären Bestandskundenzinsen von aktuell 1,15 Prozent. Allerdings gibt es keine Zinsgarantie. Auch der Neukundenzins ist bei XTB variabel, kann sich also auch schon in den ersten 90 Tagen jederzeit ändern. 

Außerdem wichtig: Zusammen mit dem Zinskonto wird ein Depot eröffnet, denn eigentlich verdient XTB sein Geld damit, dass Kunden an der Börse handeln. Bei dauerhafter Inaktivität auf dem Börsendepot können Kosten in Höhe von 10 Euro pro Monat entstehen. Damit das Angebot kostenfrei bleibt, müssen Anleger also mindestens eine Wertpapiertransaktion pro Jahr vornehmen oder mindestens einmal in 90 Tagen Geld aufs Konto einzahlen.

Verivox gibt deshalb den Tipp: Wer das Angebot ausschließlich für die hohen Neukundenzinsen abschließt und zum Ende des 90-tägigen Aktionszeitraums zu einem anderen Anbieter wechselt, sollte unbedingt daran denken, Depot und Konto hinterher wieder zu kündigen. Dann entstehen keinerlei Kosten.

Trotz gesunkener Zinsen kein Geld verschenken

Trotz der sinkenden Zinsen ist es immer noch am teuersten, sein Geld gar nicht anzulegen. "Wer sein Geld aus Bequemlichkeit einfach bei der Hausbank parkt, lässt sich fast immer eine Menge Zinsen durch die Lappen gehen", sagt Maier. "Bei den Sparkassen etwa liegt der Durchschnittszins einer Festgeldanlage mit zwei Jahren Laufzeit aktuell bei 1,6 Prozent. Bei dieser Verzinsung brächte eine Anlage in Höhe von 10.000 Euro insgesamt 240 Euro weniger Zinsen als mit dem aktuellen Top-Angebot im Markt."

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