Salesforce-Chef: Wir stellen dieses Jahr keine neuen Entwickler ein, KI reicht
Der CRM-Spezialist Salesforce will in diesem Jahr keine weiteren Entwickler einstellen. Das erklärte CEO Marc Benioff in der Telefonkonferenz für Analysten zum eher enttäuschenden vierten Quartal des Softwarekonzerns. Als Grund dafür nannte Benioff die Investitionen in KI-Codingtools, die für eine Produktivitätssteigerung von 30 Prozent gesorgt hätten. Benioff sprach generell von außerordentlicher Effizienz durch KI.
Der erhoffte große Umsatzschub wegen der neuen KI-Produkte des Unternehmens lässt aber auf sich warten. Die Erlöse dürften im laufenden Geschäftsjahr bei 40,5 bis 40,9 Milliarden US-Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Analysten hatten laut Bericht der dpa hingegen im Durchschnitt mit 41,5 Milliarden Dollar gerechnet. Die bereinigte operative Gewinnmarge sieht Salesforce bei 34 Prozent, während Experten bisher 33,9 Prozent erwarten.
Im letzten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 7,6 Prozent auf knapp 10 Milliarden Dollar und lag damit auch unter den Analystenerwartungen von 10,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um gut 18 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zu.
Agentforce: Unglaublich begeistert, aber noch am Anfang
Ein großer Hoffnungsträger in Sachen KI ist bei Salesforce die seit vergangenem Oktober verfügbare Plattform Agentforce. Darüber können Unternehmen und Mitarbeiter sich KI-Agenten etwa für Kundenservice erstellen, ohne dafür Programmierkenntnisse haben zu müssen. 3000 Firmenkunden habe die Plattform bereits, sagte Benioff.
Finanzchefin Amy Weaver fügte hinzu: "Bei Agentforce sind wir unglaublich begeistert von der Dynamik, die wir bei unseren Kunden beobachten. Der Annahmezyklus steht jedoch noch am Anfang, da wir uns auf die Einführung bei unseren Kunden konzentrieren." Zum Geschäftsjahr 2026 werde Agentforce dann wohl einen "bescheidenen Beitrag" leisten und 2027 dann deutlich mehr, formulierte Weaver die Erwartung im Unternehmen. Berichten nach hatte Salesforce Anfang des Jahres rund 1000 Stellen gestrichen – und im Gegenzug neue Mitarbeiter gesucht, vor allem Verkäufer für die neuen KI-Produkte.