Android System SafetyCore: Nacktfoto-Warner landet auf Smartphones
>In Internet-Foren häufen sich die Fragen nach der App "Android System SafetyCore", die seit Kurzem offenbar auf vielen Smartphones stillschweigend neu installiert wird. Entwarnung vorweg: Bei der App handelt es sich nicht um Schadsoftware. Möglicherweise wollen sie aber nicht alle behalten.
Im Google-Play-Store erörtert der Hersteller die Funktion von Android System SafetyCore. Das Unternehmen schreibt: "SafetyCore ist ein Google-Systemdienst für Geräte mit Android 9 und neueren Fassungen. Es liefert die unterliegende Technik für Funktionen wie die kommenden Inhaltswarnungen in Google Messages, die Nutzerinnen und Nutzern helfen, sich zu schützen, sofern sie potenziell unerwünschte Inhalte erhalten." Google ergänzt: "Während das Verteilen von SafetyCore bereits im vergangenen Jahr startete, wird die Funktion "Sensible Inhalte-Warnung" in Google Messages schrittweise 2025 ausgerollt."
Sensible Inhalte: Google Messages warnt vor Nacktbildern
Google betont zudem: "Die Verarbeitung für die Funktion "Sensible Inhalte-Warnung" erfolgt auf dem Gerät und alle Bilder oder spezifische Ergebnisse und Warnungen bleiben privat bei den Nutzern." Etwas untergegangen ist ein Beitrag in Googles Sicherheits-Blog aus dem vergangenen Oktober. Darin erläutert das Unternehmen die geplanten Sicherheitsverbesserungen in Googles Messages-App.
Dort schreiben die Entwickler, dass sie "Sicherheit zu einer Top-Priorität" gemacht und "leistungsstarke, auf dem Gerät laufende, KI-basierte FIlter und fortschrittliche Sicherheit" programmiert haben, die Nutzerinnen und Nutzer vor zwei Milliarden verdächtigen Nachrichten im Monat schützen sollen. Google nennt etwa Schutz vor Betrugsnachrichten zu Paketlieferungen oder Job-Angeboten, "intelligente Warnungen" vor potenziell gefährlichen Links sowie Blockade-Möglichkeiten für Nachrichten von unbekannten internationalen Absendern.
An vierter Stelle folgt nun die Funktion, die für Diskussionen sorgt: "Sensible Inhalte-Warnung" ermöglichen die Kontrolle darüber, ob jemand Nacktbilder sehen oder senden möchte. Das Unternehmen erklärt dort: "'Sensible Inhalte-Warnungen' sind eine optionale Funktion, die Inhalte verschwimmen lässt, die Nacktheit enthalten könnten, bevor diese angezeigt werden. Die Funktion meldet sich mit einer 'Bodenschwelle' (speed bump) bei den Nutzern, und bietet Optionen zum Auffinden von Hilfe oder etwa zum Anzeigen der Inhalte. Sofern die Funktion aktiviert ist, zeigt sie diese Warnung auch an, wenn ein Bild, das Nacktheit zeigt, gesendet oder weitergeleitet wird, um das Risiko des versehentlichen Versendens von Nacktbildern zu senken." Die "Bodenschwelle (speed bump)" scheint einen Vibrationsalarm zu meinen.
Die Funktion laufe auf den Geräten und diene dem Schutz der Privatsphäre, erklärt Google weiter. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung greift sie nicht an. "'Sensible Inhalte-Warnungen' erlauben Google weder Zugriff auf die Inhalte der Bilder, noch erfährt Google davon, dass Nacktheit erkannt wurde", schreiben die Entwickler.
Die umstrittene Funktion kennen Apple-Nutzerinnen und -Nutzer bereits seit Jahren. Mitte 2023 hat das Unternehmen die Funktion, die zunächst in der Nachrichten-App iMessage einzog, auf weitere Teile des Betriebssystems und Videos erweitert.