Prime Video und Fire TVs: Nokia und Amazon einigen sich im Patentstreit
Die Tech-Firmen Amazon und Nokia haben sich in ihrem Patentstreit außergerichtlich geeinigt. Das teilte Nokia am Montag mit. Amazon habe einem Patentabkommen mit Nokia zugestimmt, heißt es in der Mitteilung. Alle Gerichtsstreitigkeiten weltweit seien damit beigelegt. Über die Konditionen der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Einigung dürfte direkte Einwirkungen auch auf den deutschen Markt haben. Vorrangig bedeutet sie, dass Amazon das komplette Fire-TV-Produktportfolio wieder anbieten darf. Zuvor hatte Nokia vor dem Landgericht München ein Verkaufsverbot verschiedener Fire-TV-Modelle mit H.265-Support erstritten und gegen Hinterlegung einer Kaution vollstrecken lassen.
Seitdem darf Amazon unter anderem den Fire TV Stick 4K Max nicht mehr verkaufen. Bis heute ist der Fire TV Stick 4K Max in Deutschland nicht erhältlich, dank der Vereinbarung zwischen Nokia und Amazon dürfte sich das aber bald ändern.
Prime Video ebenfalls abgesichert
Auch für Amazons Streaming-Dienst Prime Video ist die Gefahr durch das neue Patentabkommen gebannt: Erst im Februar hatte Nokia eine Unterlassungsverfügung gegen Amazon erwirkt. Das Landgericht Düsseldorf entschied, dass Amazon mit dem Betrieb des Streamingdienstes Prime Video gegen ein Nokia-Patent verstößt. Dieses Patent mit dem Namen "Verfahren zur Bereitstellung eines Multimedia-Dienstes" wurde laut einem Amazon-Sprecher eingesetzt, um einen Stream an andere Geräte zu "casten", also von einem Bildschirm auf einen anderen zu übertragen.
Auch in anderen Märkten wie den USA war Nokia gegen Amazon vorgegangen. Das Unternehmen zeigt sich mit dem Ausgang der Streitigkeiten zufrieden: "Wir freuen uns, eine Vereinbarung über die Nutzung von Nokias Videotechnologien in Amazons Streaming-Diensten und -Geräten getroffen zu haben", sagte Nokia-Manager Arvin Patel.