Silvaguard und Silvanet: Berliner Drohne soll vor Waldbränden warnen
>Das in Berlin und Eberswalde ansässige Unternehmen Dryad Networks hat am Donnerstag eine Drohne mit der Bezeichnung Silvaguard vorgestellt, die zur Früherkennung von Waldbränden eingesetzt werden kann. Die Drohne erkennt, lokalisiert und überwacht Brände mittels Künstlicher Intelligenz (KI). Die autonome Drohne ist Teil eines größeren Brandmeldesystems, das ein Netz von Gasmeldesensoren, das Silvanet, umfasst. Bei Detektion eines Brandes fordert es die Silvaguard-Drohne an.
Das Waldbrand-Frühwarnsystem besteht aus in Wäldern verteilten Gassensoren und mehreren an unterschiedlichen Stellen befindlichen Silvaguard-Drohnen, die sich in einem Hangar befinden und mit Solarenergie geladen werden. Die Sensoren sind in ein drahtloses Netzwerk eingebunden und werden von Sonnenenergie befeuert. Entsprechend sind sie rund um die Uhr einsatzbereit. Befestigt sind die Sensoren in Bäumen und können jeweils eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes überwachen.
Brandmeldung in Echtzeit
Detektiert einer der Sensoren einen Brand, fordert er automatisch eine Silvaguard-Drohne an. Die Drohne fliegt dann automatisch zu den Koordinaten des Gassensors, um nachzusehen, ob tatsächlich ein Feuer ausgebrochen ist oder lediglich ein falscher Alarm vorliegt. Eine KI analysiert die Kamerabilder, um festzustellen, wie groß der Brand ist und liefert die Bilder an die Einsatzkräfte. Das funktioniert in Echtzeit, sodass insgesamt innerhalb weniger Minuten ein Lagebild vorliegt.
Die Einsatzkräfte können anhand der Luft- und Infrarotbilder die nächsten Schritte einleiten und Löschmaßnahmen ergreifen. Laut Dryad sollen die Silvaguard-Drohnen auch kleinere Brände selbst löschen können. Dazu setzen sie Akustikwellen ein.
Dryad will das Frühwarnsystem bereits in mehreren Ländern testweise anwenden – darunter in den USA, Kanada, Italien, Thailand, Deutschland und im Libanon. Mehr als 50 Installationen sollen bereits im Betrieb sein, um Waldbrände frühzeitig erkennen zu können. Dryad beabsichtigt nun, das System nach Australien und Neuseeland zu bringen.