Per App oder Website: Einreise nach Großbritannien nur noch mit ETA

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Einige kennen die Abkürzung ETA noch als Estimated Time of Arrival – ab Mittwoch, 2. April, dürfte sie sich Europareisenden in einem anderen Kontext einbrennen. Ab dann verlangt Großbritannien nämlich das vorherige Beantragen einer elektronischen Einreisegenehmigung (electronic travel authorisation) – sie wird mit ETA abgekürzt. Diese kann per App oder auf einer Website angefordert werden.

USA-Reisende kennen das Spiel: Dort gibt es bereits seit August 2008 das Electronic System for Travel Authorization, kurz ESTA. Australien fing sogar noch früher damit an. Wie in Übersee verlangt auch das Vereinigte Königreich von Reisenden eine Gebühr, die zu erheblichen Zusatzeinnahmen für die Staatskasse führen dürfte: Diese beträgt bis zum 9. April rund 12 Euro, danach etwa 20 Euro. Wer ohne ETA oder Visum einreisen will, wird an der Grenze gleich wieder zurückgeschickt. Fluggesellschaften prüfen schon beim Check-in, ob die ETA vorliegt.

Zwei Jahre lang gültig

Die Ähnlichkeiten zu ESTA setzen sich bei den zu beantwortenden Fragen fort: Dort wird etwa gefragt, ob eine Erwerbstätigkeit vorliegt und ob der Reisende schon mal strafrechtlich verurteilt wurde. Wahrheitsgemäß ist auch zu beantworten, ob man Terrorist ist, extremistische Ansichten äußert oder an Völkermord beteiligt war.

Mit einer bewilligten ETA können mehrere Reisen mit Aufenthalten von bis zu sechs Monaten angetreten werden. Die Bewilligung ist jeweils zwei Jahre lang gültig, danach muss eine neue beantragt werden. Sie gilt für Touristen, Geschäftsleute, Kurzzeit-Bildungsaufenthalte und Familienbesuche gleichermaßen.

App oder Website

Obwohl die Genehmigung auch über die Website eingeholt werden kann, möchte die britische Regierung offenbar lieber, dass die für iOS und Android bereitstehende App fürs Smartphone genutzt wird. Wer online beantragen möchte, wird mehrfach deutlich auf diese Möglichkeit hingewiesen, bevor man zum Onlineantrag gelangt. Bei der Smartphone-App wird per NFC auch der Chip des Reisepasses ausgelesen. Während des Antragsprozesses muss der Antragsteller ein Foto von seinem Gesicht machen.

Bis zu drei Tage Wartezeit

Die britische Regierung spricht von bis zu drei Werktagen Bearbeitungszeit für die Prüfung. In der Realität sollen die Rückmeldungen vielfach schon binnen einer halben Stunde eingehen, berichten jene, die den Antrag bereits gestellt haben. Die ETA wird für Personen jeden Alters benötigt, also auch für Kinder und Babys. Für diese entfällt teilweise das zusätzliche Gesichtsfoto.

Zum Datenschutz heißt es seitens des zuständigen britischen Ministeriums, dass biografische und personenbezogene Daten 15 Jahre aufbewahrt werden. Biometrische Gesichtsdaten werden in der Regel drei Jahre lang gespeichert – in Ausnahmefällen allerdings länger.

Die Europäische Union arbeitet weiter an der Einführung ihres elektronischen Einreisesystems ETIAS. Dies soll nach aktuellem Stand Ende 2026 in Betrieb gehen, nachdem es bereits mehrfach verschoben wurde.

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