Südkoreanischer Chipdesigner FuriosaAI schlägt Millionenangebot von Meta aus

>Lieber ohne Meta: Der südkoreanische Chiphersteller FuriosaAI hat ein Kaufangebot des US-Internetkonzerns Meta ausgeschlagen. Das Unternehmen möchte lieber unabhängig bleiben und sich auf die Entwicklung seiner Chips für Künstliche Intelligenz (KI) konzentrieren.

Meta habe Anfang des Jahres Kaufverhandlungen mit FuriosaAI aufgenommen, berichten die südkoreanische Wirtschaftszeitung Maeil Business Newspaper sowie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Internetkonzern hat demnach 800 Millionen US-Dollar geboten.

Meinungsverschiedenheiten zwischen den Partnern

Die Verhandlungen scheiterten aber offensichtlich nicht am Kaufpreis. Beide Seiten hätten sich nicht auf eine Organisationsstruktur des Unternehmens sowie über eine Geschäftsstrategie nach der Übernahme einigen können.

Meta investiert stark in KI: Chef Mark Zuckerberg kündigte im Januar an, in diesem Jahr 60 bis 65 Milliarden US-Dollar zu investieren, den Großteil davon in Rechenzentren. Bis Ende des Jahres will der Konzern die Zahl seiner GPU-Beschleuniger auf 1,3 Millionen erhöhen. Meta wollte FuriosaAI übernehmen, um weniger von den Chips des US-Konzerns Nvidia abhängig zu sein. Der Konzern verwendet bereits seit Jahren eigene KI-Beschleuniger, neben Modellen von Nvidia und auch AMD.

FuriosaAI entwickelt KI-Chips

FuriosaAI hat rund 150 Mitarbeiter und wurde 2017 von June Paik gegründet, der zuvor in leitender Tätigkeit bei Samsung Electronics und bei AMD beschäftigt war. Das Unternehmen hat den KI-Chip RNGD (ausgesprochen: Renegade) entwickelt, der besonders für Reasoning-Modelle geeignet ist. Er wurde unter anderem zusammen mit LG AI Research getestet. LG AI Research will ihn auch künftig einsetzen. Produziert werden sie von dem Chipauftragshersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC).

Aktuell läuft eine Serie-C-Finanzierungsrunde, in der das Unternehmen 70 Milliarden Won, umgerechnet rund 44 Millionen Euro, einnehmen will.

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