Kollaborationstool Docs: Regierungsprojekt entwickelt freie Notion-Alternative

Die Open-Source-Plattform Docs für kollaboratives Arbeiten und Wissensmanagement ist in Version 2.6.0 erschienen. Es handelt sich derzeit noch um eine Beta-Version, in der sich bereits Dokumente erstellen und gemeinschaftlich bearbeiten lassen. Zudem umfasst das Tool unterschiedliche Blocktypen, Markdown-Formatierung und Tastaturkürzel. Ebenso sind Medienimporte, Offline-Bearbeitung und Exporte als DOCX, ODT und PDF möglich. Die Anwendung entsteht in einem Gemeinschaftsprojekt der deutschen und der französischen Regierung und soll eine quelloffene Alternative zu proprietären Produktivitätswerkzeugen wie Notion oder Outline (beide aus den USA) bilden.

Unterseiten und PDF-Reader sind geplant

Künftig soll Docs ein Navigationspanel erhalten und Unterseiten für Dokumente unterstützen. Ebenfalls auf der Roadmap stehen eine Kommentarfunktion, ein integrierter PDF-Reader und die Erkennung von Formatierungen beim Einfügen aus der Zwischenablage. Einen Überblick über die aktuelle Entwicklung des auf Django, Next.js und MinIO basierten Tools liefert das GitHub-Projekt. Dort sind auch Zugangsdaten für einen Testaccount hinterlegt. Alternativ lässt sich das unter der MIT-Lizenz verfügbare Open-Source-Tool mit einem S3-kompatiblen Speicherdienst selbst hosten.

Für die deutsche Regierung ist das Zentrum für digitale Souveränität in der öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) federführend, das auch die Entwicklung der quelloffenen Microsoft-365-Alternative openDesk und der Plattform für Codeaustausch openCode verantwortet. Seitens der französischen Regierung ist das ministerienübergreifende Direktorat für digitale Angelegenheiten (DINUM) beteiligt. Beide Projektpartner organisieren und finanzieren digitale Projekte mit dem Ziel, die digitale Souveränität zu verbessern. Docs richtet sich vorwiegend an lokale Behörden und Unternehmen.

Auf quelloffene Alternativen setzt künftig auch das Land Schleswig-Holstein, das von Microsoft Office zur freien Dokumentverarbeitung LibreOffice wechselt. Auch die Industrie forderte zuletzt in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein klares Bekenntnis zu europäischen Digitallösungen. Ebenso sollen Teile des von der Bundesregierung beschlossenen Sondervermögens in digitale Infrastruktur fließen. So forderte der Digitalverband Bitkom aus diesen Mitteln Investitionen von 100 Milliarden Euro zur Stärkung der digitalen Souveränität Deutschlands.

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