Fünf große DFB-Gewinner der Italien-Festspiele – aber auch fünf große Verlierer

Was war das denn für ein Spektakel? Die deutsche Nationalmannschaft bezwingt Italien im K.o-Duell ums Halbfinale der Nations League. Auf das 2:1 in Mailand folgte ein mehr als unterhaltsames 3:3 im Dortmunder Stadion. Nun ist klar: Das Finalturnier der letzten vier Nationen wird in Deutschland stattfinden.

Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte mit dem Italien-Kracher ein Statement an die Fußball-Nation. In seinem Kader haben sich dabei fünf Spieler besonders in den Fokus gespielt. Doch wo Gewinner sind, sind auch Verlierer. Es gibt jeweils fünf, FOCUS online nennt sie:

Zwei Bayern-Stars unter den fünf DFB-Gewinnern

Oliver Baumann: Die neue Nummer 1, Status mit einer Weltklasse-Leistung im San Siro gefestigt. Der 34-Jährige hat es nach Jahren im Schatten und ohne Länderspiel-Action endlich ins Rampenlicht geschafft, nun sei er „auf den Geschmack gekommen - definitiv!“ Trotz insgesamt vier Gegentreffern hat Baumann überzeugt.

Ansprüche will der Hoffenheim-Keeper mit seinen drei Länderspielen auf dem Konto dennoch nicht formulieren.

Der derzeit verletzte Marc-André ter Stegen hat sich das Recht auf das deutsche Tor über Jahre als Luxus-Vertretung von Manuel Neuer erarbeitet. „Wenn Marc fit und zu 100 Prozent leistungsfähig ist, wird er die Nummer eins sein“, betont auch Nagelsmann. Sollte ter Stegen aber nicht bei 100 Prozent sein, hat Deutschland einen würdigen Ersatz.

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Joshua Kimmich: Die Italien-Spiele waren eine reine Kimmich-Gala. Der Kapitän war an allen fünf Toren beteiligt. Vier Vorlagen, ein eigenes Tor. Weltklasse.

Und all das als Rechtsverteidiger. Kimmich hat trotz einer so dezentralen Position einen so zentralen Einfluss auf das deutsche Spiel. Seine Flanken sind ein Gedicht, seine Ecken nach Jahren der Tristesse plötzlich eine gefährliche Waffe. Kimmich spielt seit seiner Vertragsverlängerung beim FC Bayern wie beflügelt.

Schreibt Goretzka die Comeback-Geschichte des Jahres?

Leon Goretzka: Vom Aussortierten zum Leistungsträger. Ein Jahr nach seiner bitteren DFB-Ausbootung ist Goretzka zurück und wichtiger denn je. 

Der 30-Jährige füllt im Mittelfeld ein Loch, das die vermeintlichen Kroos- und Gündogan-Nachfolger bisher nicht schließen konnten. Mit zwei grandiosen Auftritten gegen die Squadra Azzurra hat sich Goretzka eindrucksvoll zurückgemeldet und sollte nun nicht nur beim FC Bayern wieder gesetzt sein.

Nico Schlotterbeck: Antonio Rüdiger und Jonathan Tah sind in der Innenverteidigung gesetzt, Schlotterbeck hat dennoch einen Weg gefunden, sich für Nagelsmann unverzichtbar zu machen.

Der BVB-Verteidiger ist einer der besten Aufbauspieler aus der Defensive heraus. Als Linksfuß bringt er so alles mit, wovon ein Trainer zu träumen vermag. In Mailand wurde er nach seiner Einwechslung zum Stabilisator, in Dortmund setzte er nochmal einen drauf. „Schlotti“ zwingt Nagelsmann zur Systemumstellung.

Nico Schlotterbeck im Gespräch mit Julian Nagelsmann Imago

Tim Kleindienst: Der nächste Spätzünder in der Offensive. Ist Kleindienst der neue Niclas Füllkrug? Wie der derzeit von Verletzungen ausgebremste Torjäger war auch Kleindienst bei seinem Länderspiel-Debüt im vergangenen Jahr schon 29 Jahre alt. Die Parallelen sind verblüffend.

Der Gladbacher ist aber mehr als nur eine Füllkrug-Vertretung. Sechs Länderspiele, vier Tore. Die italienischen Innenverteidiger werden noch lange von den harten Kopfballduellen mit dem 1,94-Meter-Brocken träumen. Mit zwei Treffern hatte Kleindienst entscheidenden Anteil am Einzug ins Finalturnier. Damit macht der 29-Jährige eine Rückkehr für Füllkrug schwerer. 

DFB-Verlierer: Für zwei EM-Helden könnte der WM-Zug wegfahren

Niclas Füllkrug: Und damit wären wir schon bei den Verlierern. Füllkrug muss sich nach seiner vollständigen Genesung nicht nur bei West Ham United wieder beweisen. Auch Nagelsmann muss der 32-Jährige zeigen, dass er unverzichtbar ist.

Der Konkurrenzkampf in der Offensive wird nicht leichter. Jonathan Burkardt hatte nun auch eine Woche Zeit, sich dem Bundestrainer für größere Aufgaben zu präsentieren. In der Bundesliga lauert zudem in Nick Woltemade ein treffsicherer Stürmer mit langfristiger Perspektive beim DFB. Der Stuttgarter ist erst 23. Für Fanliebling Füllkrug haben sich die Chancen auf die WM nächstes Jahr zuletzt verschlechtert. 

Pascal Groß: Der Dortmunder galt unmittelbar nach dem Karriereende von Toni Kroos als einer der Nachfolger in der Nationalmannschaft. Groß und Kroos, beide sind – wenn auch auf einem unterschiedlichen Niveau – ähnliche Spielertypen.

Doch Groß ist mit dem viel zu großen Erbe des Weltmeisters überfordert. Der 33-Jährige reiste bereits mit wenig Selbstvertrauen zum DFB-Team, mit dem BVB steckt er in der tiefen Krise. Anders als bei Schlotterbeck war ihm das in den Italien-Spiele auch anzusehen.

Im San Siro stand er noch in der Startelf, in seinem Zuhause in Dortmund wurde er durch Angelo Stiller ersetzt. Der Stuttgarter füllte die Position neben Goretzka deutlich besser aus und sollte nun im Kampf um die Startelf vorne liegen. Groß muss wie auch Füllkrug aufpassen, in Richtung WM 2026 nicht den Anschluss zu verlieren.

Sané kann in Abwesenheit von Wirtz und Havertz nicht punkten

Leroy Sané: Kein Füllkrug, kein Florian Wirtz, kein Kai Havertz. Es war die Stunde für Leroy Sané, der in Abwesenheit der EM-Offensive in beiden Italien-Spielen gesetzt war. Überzeugt hat der Bayern-Star aber nicht.

Besonders im Rückspiel agierte er selbst in der Fabel-Halbzeit, in der alles zu gelingen schien, wie ein Fremdkörper. Zu Beginn der zweiten Hälfte leitete er mit einem fatalen Fehlpass die italienische Aufholjagd ein. Bereits in Mailand setzte Sané kaum offensive Akzente.

Der 29-Jährige sammelte wenig Argumente für einen Stammplatz. Beim Finalturnier im Juni wird er wohl wieder auf der Bank sitzen. 

Leroy Sané konnte wenig Punkte sammeln Imago

David Raum: Raum hatte sich eigentlich in die Startelf von Nagelsmann festgespielt. Der emotionale Fighter kommt beim Bundestrainer gut an. Doch in Mailand war der Linksverteidiger völlig überfordert und zeigte sein schlechtestes Länderspiel.

Zur Pause war Schluss und Nico Schlotterbeck kam für ihn – auch einer Systemumstellung geschuldet. 

Im Rückspiel stellte Nagelsmann komplett auf Dreierkette um, daneben zwei echte Außenspieler. Eigentlich eine für Raum maßgeschneiderte Rolle, doch der Bundestrainer brachte in Maximilian Mittelstädt dessen größten DFB-Konkurrenten. 

Alexander Nübel: Der Stuttgarter hat das Duell um die ter-Stegen-Vertretung und Übergangs-Nummer-eins verloren. Während sich viel Experten wie Lothar Matthäus für den 28-Jährigen ausgesprochen hatten, entschied sich Nagelsmann für den sechs Jahre älteren Baumann. 

Was kann Nübel nun machen? Wenig. Baumann glänzte in Mailand und festigte die Hackordnung. Nübel kann sich den Hoffenheimer aber als Vorbild nehmen und als verlässliche Nummer 2 oder 3 im Training alles geben und den Konkurrenzkampf verschärfen. Früher oder später wird das honoriert.

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