Raumfahrt: Ariane 6 erfolgreich gestartet
>Sie fliegt: Die europäische Trägerrakete Ariane 6 ist zum zweiten Mal gestartet. Am Montag war der Start kurzfristig abgesagt worden.
Die Rakete hob um 13:24 Uhr Ortszeit (17:24 Uhr MEZ) vom Startplatz Kourou im französischen Übersee-Département Französisch-Guayana aus ab, wie der europäische Raumfahrtkonzern Arianespace mitteilt. Der Flug verlief demnach planmäßig, die Rakete setzte ihre Nutzlast, den Satelliten CSO-3 des französischen Militärs, aus.
Die Ariane 6 ist die neue europäische Trägerrakete und soll Satelliten für kommerzielle und staatliche Auftraggeber ins All befördern. Dabei soll sie deutlich günstiger sein als ihre Vorgängerin Ariane 5. Sie ist die bislang größte europäische Rakete und kann bis zu 11,5 Tonnen Nutzlast in höhere und bis zu 21,6 Tonnen in niedrigere Umlaufbahnen transportieren. Die Oberstufe kann im All wiederholt gezündet werden, um Satelliten an unterschiedlichen Positionen auszusetzen.
Ariane 6 vier Jahre verspätet
Die Ariane 6 startete erstmals im Sommer vergangenen Jahres, vier Jahre später als ursprünglich geplant. Technische Probleme verzögerten die Entwicklung, was dazu führte, dass die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) nach dem Aus der Ariane 5 im Jahr 2023 ein Jahr ohne eigene Rakete war.
Trotz der Verzögerungen sind nicht alle Probleme der Rakete behoben: Beim Erstflug fiel der Hilfsantrieb der Oberstufe aus, sodass das Vinci-Triebwerk nicht erneut gezündet werden konnte. Dieses Mal wurde der Flug zunächst eine halbe Stunde vor dem Start abgesagt. Grund war eine nicht näher bezeichnete "Anomalie". Dafür funktionierte beim zweiten Flug das erneute Zünden des Vinci-Triebwerks.
Die Entwicklung der Ariane 6 wurde 2014 beschlossen und kostete 4,5 Milliarden Euro. Die Rakete soll mindestens bis Mitte der 2030er-Jahre im Einsatz sein. Sie ist auch deshalb umstritten, weil sie, anders als Teile der Raketen des Konkurrenten SpaceX, nicht wiederverwendbar ist.