Klartext im ZDF: Deutsche betteln bei Trump und Putin ist abhängig von Droge

Händchenhalten? Oder doch eher Fingerhakeln? Die Bilder, die von dem jüngsten Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei US-Präsident Donald Trump existieren, changieren irgendwo zwischen komisch und beängstigend: Wer zieht hier wen? Und vor allem: wohin?

Nicht erst seit der Weckruf-Rede von US-Vize JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz ist klar: Die Beziehung zwischen den USA und Europa muss neu verhandelt werden. Amerika unter Trump hat schlicht keine Lust mehr, seine schützende Hand über den kleinen Bruder jenseits des Atlantiks zu halten.

Europa im Wartezimmer des Weißen Hauses

Grönland kaufen, den Gaza-Streifen zur neuen „Riviera“ umbauen und sich die Rohstoffe der Ukraine sichern als eine Art „Rückzahlung“ für all die Hilfen in den vergangenen drei Jahren: Trumps Außenpolitik mag auf den ersten Blick erratisch klingen, hat aber System. Bei Trumps MAGA-Credo geht es nicht darum, ein bisschen die Welt zu retten, sondern Amerika groß zu machen. Und sei es auch nur dadurch, dass andere Länder klein gemacht werden.

Nach den ersten Schnappatmungen haben Europas Führungskräfte nun eine Charmeoffensive gestartet: erst Macron mit viel französischem Körperkontakt, dann der britische Leader Keir Starmer mit einer Einladung in den Buckingham Palace im Gepäck. Doch der Polit-Tourismus gen Washington täuscht: In Wahrheit ist Europa weiter denn je entfernt davon entfernt, auch nur unter dem Tisch spielen zu dürfen, wenn USA, Russland und vielleicht noch China die Welt unter sich aufteilen.

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Mit dem reichlich kryptischen Titel „Trump dealt, Europa zahlt – was tut Merz?“ startet Maybrit Illner in die Nacht. Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, berichtet von europäischen und deutschen Delegationen, die seit Wochen vergeblich versuchen, einen Termin bei mehr als nur Trumps Pförtner zu bekommen.

Jens Spahn warnt: „Es wird teuer“

Trump ist anfällig für Schmeicheleien aller Art. Doch hilft Anbiedern tatsächlich, um auch ernst genommen zu werden? Theveßen glaubt das nicht. Europa müsse nun endlich nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten das Vakuum für sich einnehmen, das Trumps Rückzug als Europas Lieblingsonkel hinterlassen hat. 

Oder wie es Jens Spahn, Vize-Fraktionsvorsitzender der Union „und bald vielleicht noch mehr“ (O-Ton Illner), ausdrückt: „Wenn man am Tisch sitzen will, muss man im Zweifel Chips mitbringen, muss man Ideen und Vorschläge mitbringen.“

Es schmerzt, wenn man in Talkrunden wie diesen mal wieder klar vor Augen geführt bekommt, wie gemütlich es sich Deutschland und auch Europa im letzten halben Jahrhundert im Schoß von Onkel Sam eingerichtet hatten. Und wie sehr man gerade bei uns damit hadert, dass sich die Zeiten nun ändern müssen. Oder besser: sich bereits geändert haben.

„Wir müssen reden über europäische Nuklearschirme, wir müssen reden über die Wehrpflicht“, mahnt Spahn stellvertretend für den nächsten Kanzler Friedrich Merz. „Wir müssen jetzt ein paar Debatten endlich führen.“ Deutschlands Sicherheit neu erfinden: „Es wird teuer“, kündigt Spahn schon einmal an. Und stellt gleich mal in Aussicht, dass das Entwicklungshilfe-Budget aus seiner Sicht eher zu groß sei.

Putins Droge: Abhängigkeit von einem ewigen Krieg

Sicherheit kostet – weil sie kostbar ist. Vor allem, wenn man der in Kiew geborenen Grünen-Politikerin Marina Weisband glaubt, die mit einem Julia-Timoschenko-Gedächtniszopf bei „Maybrit Illner“ sitzt. 

Die Publizistin warnt davor, Russland nun mit einem Diktatfrieden davonkommen zu lassen, denn: „Putin braucht Krieg“ – für seine inzwischen auf Kriegszeiten ausgerichtete Wirtschaft und zweitens, „weil Putin nur so lange regiert, wie Krieg ist: Sein Leben hängt buchstäblich davon ab“. 

Der Krieg wird also für Putin zur Droge. Weisbands entmutigendes Szenario geht so: Mit einem eingefrorenen Krieg bekommt Putin ein paar Jahre Zeit, um seine militärischen Kräfte wieder neu zu sammeln. „Und dann braucht Russland einen neuen Krieg.“ Mit wem? Mit dem Baltikum vielleicht oder mit Polen – und das bedeute, dass ein größerer Krieg in Europa mit dem Fall der Ukraine eine wirkliche Gefahr sei. "Und das ist der Grund, warum wir die Ukraine so sehr unterstützen.“

Die Oligarchie demokratiefeindlicher Tech-Milliardäre

Doch womöglich ist Putin gar nicht der größte Feind, gegen den es sich zu verteidigen gilt. „Weltweit kämpfen gerade Milliardäre gegen Demokratien“, konstatiert Weisband. „Diese neue Oligarchie vertritt Interessen, die sich nicht mit Demokratien decken.“ Man müsse deshalb nicht nur in Verteidigung investieren, sondern auch in Cybersicherheit und in digitale öffentliche Räume, die eben nicht irgendwelchen Tech-Milliardären gehören.

Womöglich steht der Tisch, an dem Deutschland und Europa einer sicheren Zukunft zuliebe selbstbewusst ihren Platz einfordern sollten, also weder im Weißen Haus noch im Kreml, sondern eher im Metaverse. Und an denen, die dort bereits breitbeinig sitzen, perlen französische Charmeoffensiven und andere zahme Annäherungsversuche ab. Man darf gespannt sein auf die „Chips“, mit denen sich Merz hier einen Platz am Tisch erkaufen möchte.

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